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Soziales Faulenzen in Teams: Warum sich manche auf Kosten anderer ausruhen

15 März 2011 Katrin Wodzicki 1.885 views 4 Kommentare

Wenn eine Gruppe von MitarbeiterInnen ein gemeinsames Ziel verfolgt, kann es passieren, dass sich nicht jeder mit dem gleichen Engagement beteiligt. Mögliche Ursachen dieses Verhaltens werden in diesem Beitrag vorgestellt und diskutiert.

Autor: Katrin Wodzicki
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Zitieren als: Wodzicki, K. (2011). Soziales Faulenzen in Teams: Warum sich manche auf Kosten anderer ausruhen wissens.blitz (14). http://www.wissensdialoge.de/cem_gruppenarbeit

Bildnachweis: Karl-Ernst Wodzicki

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4 Kommentare »

  • Kristina Koiner said:

    Ich finde den Beitrag sehr gut, nur stellt sich für mich eine entscheidende Frage bereits am Anfang einer Teamarbeit. Noch bevor man sich als Team formiert und versucht ein gemeinsames Ziel zu erreichen, sollte sich jeder einzelne Fragen, ob er überhaupt fähig ist in einem Team zu arbeiten?Also ob er “teamkompatibel” ist? Aus eigener Erfahrung ist es in “zusammengewürfelten” Teams oft sehr schwer die Kompetenz jedes Einzelnen miteinzubeziehen, weil es meistens mindestens eine Person gibt,die das Bedürfnis hat sich als “Teamleader” zu verhalten und damit automatisch jedem anderen das Gefühl gibt nicht wirklich wichtig für das Team zu sein, unabhängig von seinen Fähigkeiten.Oft stellt sich dann die Demotivation,der Frust und die Konkurrenz bereits vor der eigentlichen “challenge”, die es als Team zu bewältigen gilt ein. Entweder man löst dieses Problem von Anfang an und legt eine klare Rollenverteilung, mit der auch jeder zufrieden ist und arbeiten kann fest oder man versucht ein Team zusammenzustellen, das auch wirklich fähig ist als Team zu arbeiten und sich nicht durch “Machtkämpfe” vom eigentlichen Ziel abbringen lässt.

  • Kathrin Bauernhofer said:

    Um auch das Problem des „Social Loafing“ in universitären Arbeitsgruppen aufzugreifen:

    1.) Ich denke, eine wesentlich Variable, die hierbei fehlt ist die Motivation, die einzelne Teammitglieder zu Beginn eines Projekts mitbringen. In jedem Seminar gibt es Studierende, die den Kurs aus Interesse besuchen und daher meist auch engagierter in der Gruppe sind. Daneben gibt es eben die anderen Teammitglieder, die einen Kurs nur deshalb besuchen, weil er zu einer vernünftigen Zeit stattfindet oder weil sie sonst keinen Kurs mehr im Semester bekommen haben. Das Ausmaß der intrinsischen Motivation einzelner Mitglieder sollte also auch berücksichtigt werden.

    2.) Daneben betrachte ich auch noch eine zweite Variable als wesentlichen „Verursacher“ von „Social Loafing“ in universitären Arbeitsgruppen: eine einheitliche Note für Gruppenleistungen. Mitglieder, die sich nicht anstrengen wissen, dass sie dieselbe Note für eine Projektarbeit erhalten werden wie diejenigen Mitglieder, die dafür viel mehr Input leisten. Wenn es den Vortragenden egal ist, wer im Team die tatsächliche Arbeit verrichtet und alle Mitglieder unabhängig vom Arbeitsaufwand dieselbe Note erhalten, unterstützen sie damit „Social Loafing“.

    In einer älteren Studie zur Thematik hab ich sogar empirische Fundierung für meine Aussagen gefunden:
    a) „Social Loafing“ tritt umso seltener auf, je größer die intrinsische Motivation eines Teammitglieds ist und je eindeutiger es ist, welches Teammitglied welchen Beitrag im Projekt geleistet hat.
    b) Die intrinsische Motivation wirkt außerdem auch noch als Moderator: „Social Loafing“ tritt besonders dann auf, wenn nicht eindeutig ersichtlich ist, welchen Beitrag ein Teammitglied geleistet hat und wenn die intrinsische Motivation dieser Person gering ist. Ist die intrinsische Motivation einer Person hingegen hoch, ist der Zusammenhang hingegen nur gering.

    Fazit: um eine Balance zwischen Arbeitsaufwand und verdienter Note zu finden, gilt es für Vortragende eines Seminars also
    a) Gruppenleistungen individuell auf Basis des geleisteten Beitrags eines jeden Mitglieds zu bewerten oder
    b) zu versuchen, die intrinsische Motivation aller Gruppenmitglieder zu erhöhen.
    Beides reduziert „Social Loafing“, was zu mehr Fairness in der Bewertung von Gruppenleistungen führen würde!

    Quelle: George, J. (1992). Extrinsic and Intrinsic Origins of Perceived Social Loafing in Organizations. Academy of Management Journal, 35, 191-202.

  • Katrin Wodzicki (author) said:

    @Kristina
    Ja, Machtkämpfe innerhalb von Teams sind sicher tödlich. Bei der Zusammenstellung von Teams sollte man versuchen darauf zu achten, aber ich denke, es lässt sich nicht alle Probleme absehen und vermeiden. Wie von Dir angesprochen, sehe ich auch einen Ansatzpunkt in der Gestaltung der gemeinsamen Arbeit.

    @Kathrin
    Danke für Deine Übertragung des Themas auf den Uni-Kontext! Ich stimme Dir zu, dass es nicht einfach ist in einer Arbeitsgruppe zu arbeiten, in der nicht jeder das gleiche Interesse mitbringt. Ich glaube allerdings, dass es weniger eine individuelle versus Gruppennote ist, die hier die Lösung bringt, sondern eben die Gestaltung der gemeinsamen Aufgabe. Die von Dir zitierten Forschungsergebnisse kann man auch in folgender Weise lese: Solange der individuelle Beitrag klar erkennbar bleibt, tritt kein Social Loafing auf – egal ob die Motivation des Einzelnen hoch oder niedrig ist. Denn dann würde es ja auffallen ;-) An der intrinsischen Motivation lässt sich nur wenig drehen. Natürlich sollten Dozierende dennoch ihr Bestes versuchen, um Studierende für die Lehrinhalte zu begeistern.

    Grundsätzlich ist mir durch Eure Beiträge noch mal eines klar geworden: Natürlich könnte man Teamarbeit versuchen, einfach ganz zu vermeiden. Aber in unserer komplexer werdenden Welt ist das wohl ein schwieriges Unterfangen. Deshalb denke ich, ist es gerade auch Aufgabe von Universitäten, das Zusammenarbeiten in Gruppen als Lernziel zu unterstützen. Studierende müssen lernen, dass sie in der Erreichung ihrer Ziele von anderen abhängig sein können. Aber es gibt Strategien der Arbeitsgestaltung die hier Lösungen bieten. Diese so früh wie möglich auszuprobieren wird im späteren Arbeitsleben sicher von Nutzen sein.

  • Teams und deren Interaktion systematisch gestalten und fördern. Eine Rückschau über unsere Wissensblitze 2011 - wissensdialoge said:

    [...] die Fähigkeiten jedes einzelnen Teammitglieds zur Erreichung des gemeinsamen Ziels beitragen („Soziales Faulenzen im Team: Warum sich manche auf Kosten anderer ausruhen“). Zudem werden hohe Anforderungen – die an sich leistungssteigernd wirken können – dann als [...]

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