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Social Media in der Weiterbildung – ein Selbstläufer?

4 April 2011 Nicole Behringer 1.250 views 5 Kommentare

Am 28. März 2011 fiel der Startschuss für das Creative Think Net (CTN) Social Media von Baden-Württemberg:Connected (bwcon). Das CTN löst das Format der Special Interest Group ab, in deren Rahmen die bwcon bereits im letzten Jahr mehrere Treffen zum Thema Social Media organisierte. Die Grundidee bleibt die Gleiche: Die Vernetzung von Personen und Organisationen, die sich mit Social Media beschäftigen.

Ich habe an dieser Auftaktveranstaltung teilgenommen, in der sich alles um Social Media in der Weiterbildung drehte, und berichte heute kurz von meinen Eindrücken.

Die Teilnehmerschaft war sehr ausgewogen, eine bunte Mischung aus Vertretern von Bildungseinrichtungen, Entscheidern aus der Wirtschaft, Wissenschaftlern, Entwicklern und Anbietern – eine, wie ich finde, sehr befruchtende Kombination.

Die Sitzung begann mit zwei Vorträgen von Kathrin Ulrich (Account Manager E-Learning, Know How! AG) und Thorsten Klein (Competence Center Business Performance Management, Fraunhofer IAO). Anschließend wurden Erfahrungen ausgetauscht, und es wurde intensiv diskutiert. In einem waren sich alle einig: Der Einsatz von Social Media in der Weiterbildung ist kein Selbstläufer!

Sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter müssen entsprechend vorbereitet werden. Dazu zählt auch die gezielte Förderung bestimmter Kompetenzen wie z.B. Medienkompetenz, aber auch didaktischer Kompetenz. Die meisten Menschen haben im Laufe ihres Lernerdaseins gelernt, Inhalte für sich selbst aufzubereiten, haben aber große Schwierigkeiten damit, ihr Wissen auf eine höhere Ebene zu abstrahieren und für andere Lerner aufzubereiten. Wir müssen umdenken: Unsere gesamtes Bildungsleben lang haben wir uns an den Frontalunterricht gewöhnt: Einer steht vorne und erzählt und wir hören zu. Und plötzlich sollen wir selber erzählen bzw. schreiben? So was geht nicht von heute auf morgen. Vor diesem Hintergrund ist unbedingt ein Lerncontrolling durch einen Experten zu empfehlen: Ein Moderator oder Tutor begleitet die Lernenden und unterstützt ihren Lernprozess.

Und was ist mit älteren MitarbeiterInnen? Die haben gleich zwei Hürden zu überwinden: Sie haben häufig weniger Erfahrung im Umgang mit Computer und Internet und sind es nicht gewöhnt, sich über Social Media anderen mitzuteilen. Gerade diese Zielgruppe der älteren Generation braucht Parallelangebote, um sie in Sachen Weiterbildung nicht zu benachteiligen.

Besonders interessant (wenn auch nicht unmittelbar auf Weiterbildung bezogen) fand ich auch den Erfahrungsbericht eines Teilnehmers über den Einsatz von Communote in seinem Unternehmen. Communote ist ein Microblogging-Dienst, der speziell für projekt- und teamorientierte Unternehmen konzipiert wurde. Es bietet Microblogging-Funktionalitäten wie z.B. Statusmeldungen, Blogs, Tagging, Teilen von Dokumenten und Links, usw. Die Vision dahinter: In einigen Jahren könnten Emails abgeschafft werden. Ist das wirklich denkbar?

Vielen Mitarbeitern ist der Nutzen, der durch Social Media erzielt werden kann, gar nicht transparent. Warum soll ich andere schlau machen? Was habe ich davon? Argumente wie Reputation in der Gruppe scheinen da nur wenig Anreiz zu bieten.

Wie können Bildungsverantwortliche sicherstellen, dass sich am Ende im Wiki nicht alle nur über das letzte Bundesligaspiel auslassen oder Kochrezepte austauschen, sondern wirklich am Lerninhalt arbeiten? Die Antwort ist ein klares Regelwerk für die Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz.

Mein Fazit: Der Einsatz Social Media in der Weiterbildung steckt noch in den Kinderschuhen. Es besteht großes Interesse in den Unternehmen, doch bis Wikis, Blogs & Co. Wirklich in der Aus- und Weiterbildung ankommen, braucht es noch Zeit.

Mir hat die Sitzung auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht. Die nächsten Termine stehen auch schon fest, allerdings wird der thematische Schwerpunkt jeweils ein anderer sein. Am 04.07.2011 wird es um Social Media im Human Resources gehen und am 27.09.2011 dreht sich alles um Social Media in der Unternehmenskommunikation. Auf der bwcon-Homepage werden die Veranstaltungen demnächst angekündigt. Anmeldung erforderlich, Eintritt frei!

Bildnachweis: © Karl-Ernst Wodzicki

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5 Kommentare »

  • Hannes said:

    Toll, dass hier regelmaessig soviel geschrieben wird.

  • Katrin Wodzicki said:

    Liebe Nicole,

    das klingt ja wirklich spannend. Gab es denn auch Diskussion darüber, in wie weit die Generation der sogenannten Digital Natives (Weiter-)Bildung und Unternehmenskommunikation verändert oder verändern wird? Ich zweifle ja noch immer daran, dass man allein durch das Großwerden mit den neuen Internettechnologien kompetenter im Umgang mit ihnen wird.

    Außerdem würde mich interessieren: Wurde einem Tool – Wiki, Blogs oder sozialen Netzwerktechnologie – besonderes Potential zugesprochen? Wenn ja, warum?

    Ich finde, wir sollten communote mal für unsere Teamarbeit intern ausprobieren ;-)

    Katrin

  • Johannes Moskaliuk said:

    was kann communote, was twitter nicht kann?

  • Anja said:

    Ich glaube, die Macher von communote legten Wert auf ein Rechte-Management-System, weshalb sie die Möglichkeit verschiedener Microblogs für jeden Nutzer eingerichtet haben; evtl. vergleichbar mit Gruppen. Aber ob das sinnvoller ist als die Listen bei Twitter, weiß ich nicht.

    Viele Grüße
    Anja

  • Johannes Moskaliuk said:

    @Anja danke für den Kommentar, stimmt communote ist intern, twitter ist ja öffentlich im Web.

    Meine Argument ist aber: enterprise 2.0 muss die Grenzen zwischen interner und externer Kommunikation aufgeben.

    P.S.: hier berichtet Jens Osthues in der SeibertMedia Live Session über communot: http://www.youtube.com/watch?v=armwqXR9HCc

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