Blended Learning

Lesen Sie im wissens.blitz (4): In diesem Beitrag erfahren Sie, was sich hinter dem Begriff Blended Learning verbirgt und welche Vorteile damit verbunden sind.

„Gemischtes Lernen“

Direkt übersetzt bedeutet Blended Learning„gemischtes Lernen“. Vermischt werden dabei traditionelle Formen von Präsenzlernen und moderne Formen von E-Learning, also computerbasiertes Lernen. Die Anzahl und Abfolge der unterschiedlichenLernphasen kann dabei flexibel variieren. Die folgendeAbbildung zeigt beispielhaft, wie die Phasen einer Blended Learning Maßnahme gestaltet sein können.

Die Stärken beider Lernformen nutzen

Werden die verschiedenen Lernformen richtig kombiniert, können die jeweiligen Vorteile verstärkt und die Nachteile kompensiert werden. Unterschiedliche Lerninhalte legen unterschiedliche Vermittlungsformennahe: Während Faktenwissen effektiv am Computer erlernt werden kann, können komplexere Handlungsabläufe besser in Präsenzseminaren eingeübt werden. Erfahrungen aus verschiedenen Branchenzeigen, dass es trotz aufwändiger Simulationstechnikennicht gelingt, Präsenzschulungen vollständig durch elektronische Lernformen zu ersetzen. Eine der größten Herausforderungen des Blended Learning besteht darin, die unterschiedlichen Lernmodule nicht nur aneinander zureihen, sondern in einem ganzheitlichen Curriculum sinnvoll aufeinander abzustimmen.

Ideale Vor- und Nachbereitung

Blended Learning ermöglicht eine ideale Vor- bzw. Nachbereitung von Präsenzseminaren. Mit Hilfe einer vorgeschalteten E-Learning Phase können Präsenzschulungen individuell vorbereitet werden. Unterschiedliches Vorwissen der Lernenden kann auf diese Weise besser ausgeglichen werden. Dies ermöglicht Präsenzseminare intensiver für praktische Übungen wie Rollenspiele oder Gruppenarbeiten zunutzen. Zusätzlich kann in einer nachgeschalteten E-Learning Phase das Erlernte weiter gefestigt bzw. vertieft werden. Auf diese Weise wird der Lerntransfer erleichtert, den klassische Präsenzveranstaltungen allein nur schwer leisten können.

Vorteile aus Sicht der Lernenden

Diese Kombination verschiedener Lernformen ermöglicht eine Individualisierung des Lernprozesses. Die Lernenden können Zeitpunkt, Intervalle, Tempo und Ort ihrer Lernaktivitäten selbst bestimmen. Nichtverstandene Inhalte können beliebig oft wiederholt werden. Auf diese Weise kann der Lernprozess bedarfsgerecht und individuell entsprechend dem persönlichen Lernstand und der jeweiligen Lerngeschwindigkeit erfolgen. Der Individualisierung des Lernprozesses steht jedochein hohes Maß an Selbstdisziplin und Selbstlernkompetenz gegenüber, das nicht grundsätzlich vorausgesetzt werden kann. Bei didaktisch gut umgesetzten Inhalten mit Text, Bild, Ton und Video – insbesondere in Kombination mit persönlichem Austausch in den Präsenzphasen – werden unterschiedliche Lerntypen gleichermaßen angesprochen.

Mehrwert für Organisationen

Durch E-Learning-Bausteine kann die Dauer von Präsenzseminaren deutlich reduziert werden. Dies spart auf lange Sicht Geld, da Reise- und Übernachtungs-kosten entfallen und sich zudem die Ausfallzeiten am Arbeitsplatz verkürzen. Weiterhin ist die Qualifizierungsmaßnahme so vergleichsweise einfacher auf hohe Teilnehmerzahlen skalierbar. Unternehmen und Organisationen können flexibel auf Schwankungen des Schulungsbedarfs reagieren. Die Integration von E-Learning in traditionelle Schulungskonzepte erlaubt, jederzeit Lernmaterialien zu aktualisieren oder neue Inhalte bereit zu stellen. So kann schnell und bedarfsgerecht auf organisationale Änderungen wie beispielsweise die Einführung neuer Produkte oder auch gesetzliche Änderungen, o.ä. reagiert werden.

Download: wissens.blitz (4)

Zitieren als: Behringer, N. (2011). Blended Learning. wissens.blitz (4). https://www.wissensdialoge.de/blended_learning

Nicole Behringer

Dr. Nicole Behringer ist bei Daimler Financial Services zuständig für die strategischen Themen im Bereich Global Sales Training. Sie studierte Psychologie an der Universität Jena und promovierte am Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen. In ihrer Doktorarbeit untersuchte sie motivationale Faktoren des Wissensaustauschs. Auf wissensdialoge.de schreibt sie vor allem über die Themen E-Learning, Enterprise 2.0, Wissensmanagement und Organisationsentwicklung.

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