Blended Learning: Erfolgsfaktoren der Implementierung

In diesem Beitrag erfahren Sie, was Sie beachten sollten, wenn Sie Blended Learning erfolgreich etablieren wollen.

Download: wissens.blitz (10)

Blended Learning beinhaltet die didaktisch sinnvolle Verknüpfung von Präsenzlernen und E-Learning. (Lesen Sie mehr dazu in wissens.blitz (4)). Damit Blended Learning sein volles Potential entfalten kann, sollten einige Aspekte beachtet werden.

Didaktisches Gesamtkonzept

Um die Vorteile von Online- und Präsenzlernen nutzen zu können, ist die Entwicklung eines didaktischen Gesamtkonzepts in den folgenden vier Schritten erforderlich:

1. Zielgruppe, Lernziele und Inhalte definieren
2. Struktur der Gesamtmaßnahme festlegen (Abfolge
von Online- und Präsenzmodulen)
3. Betreuungsaufwand und zeitliche Eingebundenheit
der Teilnehmer bestimmen
4. Medien bzw. technische Lösungen auswählen

Wichtig ist hier, dass die Technologie der Struktur des Lernprozesses folgen muss. Die Technologie muss als sinnvoll und nützlich erlebt werden, sonst bleiben Diskussionsforen oder teure Medienproduktionen ungenutzt.

Einbindung der Mitarbeiter

Blended Learning ermöglicht eine Individualisierung des Lernprozesses. Gleichzeitig ist ein hohes Maß an Eigeninitiative entscheidend für den Erfolg. Deshalb ist es notwendig und sinnvoll, die TeilnehmerInnen von Beginn an umfassend über die Maßnahme zu informieren. Nur so wird jedem deutlich, dass ein gewisses Maß an Selbstdisziplin erforderlich ist. Durch kontinuierliche
Information fühlen sich die MitarbeiterInnen eingebunden und der individuelle Nutzen der Maßnahme wird transparent. Erwartungen und Bedenken der Lernenden sollten vorab in einem persönlichen Gespräch adressiert werden.

Unterstützung durch das Management

Beim Blended Learning findet ein Großteil des Lernens am Arbeitsplatz statt. Lernen braucht Freiräume in Form von Räumlichkeiten und Zeiträumen für ungestörtes Lernen. Nur wenn die Verantwortlichen in der Organisation
genau über Ziele, Ablauf, Inhalte, Rahmenbedingungen (Termine, Kosten) und Nutzen der Qualifizierung Bescheid wissen, sind sie bereit, die erforderlichen
Ressourcen bereitzustellen. Dazu zählt u.a. auch eine angemessene Ausstattung des Computer-Arbeitsplatzes.

Verbindlichkeit schaffen

Die Flexibilisierung des Lernens wird als einer der größten Vorteile von Blended Learning angesehen. Doch gerade weil Lernen nicht zu festen Zeiten und an festen Orten stattfindet, sind Verbindlichkeiten – sowohl auf Seiten der MitarbeiterInnen als auch der Führungskräfte – wichtig. Deshalb sollten zu Beginn Ziele und Regeln der Zusammenarbeit schriftlich fixiert werden. Dabei ist es hilfreich immer wieder folgende Fragen zu reflektieren und zu analysieren:

• Welche Ziele werden mit dieser Qualifizierungsmaßnahme verfolgt?
• Was wurde davon bereits erreicht, was nicht?
• Was war förderlich / hinderlich für das Erreichen der Ziele?
• Was sind die nächsten Schritte?

Dies unterstützt eine eigenverantwortliche Denk- und Handlungsweise der TeilnehmerInnen und unterstreicht die Bedeutung bewusster, also selbst gesteuerter und zielgerichteter Arbeitsplanung.

Soziale Eingebundenheit

In den E-Learning Phasen ist der soziale Kontakt zwischen Lernern häufig eingeschränkt. Studien haben jedoch gezeigt, dass sich der Austausch von Lernern untereinander positiv auf den Lernerfolg auswirkt, da das Verbalisieren und Diskutieren von Gelerntem zu einer vertieften Informationsverarbeitung führen. Durch die Integration von Web 2.0 Elementen kann der soziale
Austausch unterstützt werden. Darüber hinaus sollte ein Tutor phasenübergreifend bei Fragen zu Ablauf und Terminen oder auch bei technischen Problemen unterstützen. Der Tutor übernimmt die gesamte Lernbegleitung und Lernberatung, d.h. er beantwortet Fragen zu Lerninhalten und organisiert das gemeinsame Lernen über virtuelle Lernräume oder Foren.

Fazit: Der zentrale Erfolgsfaktor ist das Engagement aller Teilnehmenden für ihr Lernprojekt, das mit einem geeigneten didaktischen Konzept und einer lernfreundlichen Organisationskultur unterstützt werden sollte. Dann ist Blended Learning sowohl für den Einzelnen als auch für die Organisation ein Gewinn.

 

Zitieren als: Bitte zitieren als: Behringer, N. (2011). Blended Learning: Erfolgsfaktoren der Implementierung. wissens.blitz (10). https://www.wissensdialoge.de/erfolgsfaktoren_blended_learning

Nicole Behringer

Dr. Nicole Behringer ist bei Daimler Financial Services zuständig für die strategischen Themen im Bereich Global Sales Training. Sie studierte Psychologie an der Universität Jena und promovierte am Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen. In ihrer Doktorarbeit untersuchte sie motivationale Faktoren des Wissensaustauschs. Auf wissensdialoge.de schreibt sie vor allem über die Themen E-Learning, Enterprise 2.0, Wissensmanagement und Organisationsentwicklung.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: