MOOCs für organisationales Lernen

Diese Woche geht der Management 2.0 MOOC  (#mgmt20) zu Ende. Das wissensdialoge.de – Team hat sich am MOOC beteiligt und in den letzten sechs Wochen jeweils einen Beitrag zur aktuellen Einheit veröffentlicht. Unser Ziel war, unsere Perspektive als PsychologenInnen einzubringen, und uns mit den Beiträgen an der Diskussion zu beteiligen. Neben den inhaltlichen Themen war für mich auch die didaktische Konzeption interessant, zumal es sich (noch) um einen der wenigen MOOCs handelt, die nicht von einer Hochschule oder von Hochschul-Lehrenden angeboten werden. Drei Aspekte sind für mich am #mgmt20-MOOC bemerkenswert, die das Potential von MOOCs für organisationales Lernen klar machen, und gleichzeitig die daraus resultierenden Herausforderungen aufzeigen.

1.) Etablieren einer Community: Der #mgmt20-MOOC hat als zentrale Kommunikationsplattform eine Gruppe auf XING verwendet. Die Informationen zu den einzelnen Einheiten wurden jede Woche als Gruppen-Newsletter verschickt. Mit knapp über 1000 Teilnehmenden bietet diese Gruppe damit potentiell die Chance, zu einer langfristigen Community zu werden, mit Personen, die sich für das Thema Management 2.0 interessieren. Für die Teilnehmenden bietet sich so die Möglichkeit, aktiv das eigene Netzwerk zu erweitern und sich über den begrenzten Zeitraum des MOOCs hinaus, den Zugriff auf das Wissen der anderen Teilnehmenden zu sichern. Die Herausforderung besteht darin, zur aktiven Beteiligung zu motivieren, die Diskussionen und Inhalte zu strukturieren und neuen TeilnehmerInnen den Einstieg zu ermöglichen.

2.) Ergebnisse sichern und verfügbar machen: Auftakt jeder Woche im #mgmt20-MOOC waren Positionspapiere der ExpertInnen zu den entsprechenden Wochenthemen. Dabei wurde eine feste Struktur vorgegeben, nach denen die Papiere gegliedert waren. Außerdem waren die Teilnehmenden eingeladen, selbst Positionspapier zum Thema zu veröffentlichen. Auch wenn die Qualität der Papiere nach meiner Wahrnehmung ziemlich unterschiedlich ware,  wurde damit ein fundierter Einstieg ins Thema möglich. Im nächsten Schritt wurden die Teilnehmenden aufgefordert, ihre eigenen Erfahrungen und ihre Meinung zum jeweiligen Wochen-Thema zu dokumentieren. Passend zur Corporate Identity der Cogneon GmbH wurden dazu OrangePads (z.B. zum Thema Lernen 2.0) für die einzelnen Themenwochen eingerichtet, in denen jeweils Schlussfolgerungen, Tools und Methoden gesammelt wurden. Dieses Kombination von Positionspapieren zu Beginn und dem gemeinsamen Schreiben am Ende jeder Einheit ist eine überzeugende Möglichkeit, um die Ergebnisse der Community sichtbar zu machen und zu sichern. Die Herausforderung besteht darin, alle Teilnehmenden einzubinden, damit die Ergebnissicherung zum Schluss zu einer echten Zusammenarbeit wird, und nicht in den Händen der ExpertInnen bleibt.

3.) Eigene Expertise dokumentieren: Der Gastgeber des #mgmt20-MOOC ist ein Beratungsunternehmen im Bereich Wissen und Technologie. Der MOOC ist damit eine gute Gelegenheit für den Gastgeber, die eigene Kompetenz zum einen im Themenfeld Management 2.0 zu dokumentieren, zum anderen in Bezug auf die Konzeption und Durchführung moderner Lernangebote. Gleiches gilt auch für die einzelnen Teilnehmenden des MOOCS und die ExpertInnen. Gerade durch die enge Verknüpfung mit der Netzwerkplattform XING bietet sich die Möglichkeit, sich selbst, die eigene Erfahrung und das eigene Wissen darzustellen und „für sich zu werben“. Im organisationalen Umfeld scheint mit das sowohl organisationsintern also auch organisationsübergreifend ein wesentlicher motivationaler Faktor zu sein – der aber in meiner Wahrnehmung oft vernachlässigt wird. Die Herausforderung ist, den Teilnehmenden genügend Raum für „Selbstmarketing“ zu geben, ohne dadurch eine konstruktive und zielgerichtete Zusammenarbeit zu gefährden.

Und: Zwei interessante Entwicklungen im Bereich der MOOCs werden mit dem #mgmt20 fortgesetzt. Zum einen entdecken zunehmend nicht universitäre Anbieter das Format MOOC für sich (so z.B. der VHS-MOOC), zum anderen werden die Themen spezifischer und damit die Zielgruppen klarer umrissen.

Die Beiträge zum #mgmt20 auf wissensdialoge.de

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