Unsere Siebensachen für Sie: 7 Impulse für einen guten Arbeitstag zum 7. Jubiläum von wissensdialoge.de

“Ein Hoch auf uns”! Wir feiern unser 7. Jubiläum von wissensdialoge.de! Wir – 10 WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen – haben vielleicht selbst nicht richtig daran geglaubt, als wir im Januar 2011 diese Reise mit dem Launch unseres Blogs begonnen haben. In all den Jahren sind über 300 Beiträge zu aktuellen Fragen und Ergebnissen zu den Themen Personalentwicklung, Teamarbeit und Mitarbeiterführung, Organisationales Lernen und Wissensmanagement entstanden. Gemeinsam mit unseren GastautorInnen aus Forschung und Praxis konnten wir jede Woche einen Beitrag veröffentlichen – praxisrelevant, fundiert und aktuell.

Zu unserem 7. Jubiläum möchten wir Ihnen 7 Impulse – unsere persönlichen “Siebensachen” – für einen guten Arbeitstag mitgeben.

 1. Mehr Sinn in der Arbeit: Impuls von Dr. Nicole Behringer

Eine wunderbare Bereicherung für Ihren Arbeitstag sind TED Talks – inspirierende Impulsvorträge im Videoformat (lesen Sie mehr dazu in meinem Beitrag). Kürzlich ist mir beim Stöbern nach neuen TED Vorträgen ein Konzept aus Japan begegnet, das mich sehr fasziniert: IKIGAI. Ikigai bedeutet Lebenssinn und vereint vier Lebensbereiche: Was liebe ich? Was kann ich gut? Wofür werde ich bezahlt? Was braucht die Welt von mir? Wenn alle Bereiche mit Leben gefüllt sind, wenn wir lieben, was wir tun, wenn wir gut darin sind, wenn uns jemand dafür bezahlt und wenn es dann auch noch nützlich ist, haben wir “unser Ikigai” gefunden. Falls Sie auch auf der Suche nach mehr Sinn bei der Arbeit sind – dieser TED Talk „Don’t wait, find your Ikigai“ könnte Ihnen dabei helfen.

2. Nach der Pause ist vor der Pause: Impuls von Dr. Christina Matschke

Ich mag die Geschichte vom Holzfäller (unbekannten Autor): Spaziergänger treffen im Wald einen Holzfäller, der sich beim Zersägen eines Baumstammes abkämpft. Als die Spaziergänger näher treten sehen sie, dass seine Säge ganz stumpf ist. Sie sagen: „Du musst Deine Säge schärfen!“, aber der Holzfäller antwortet: “Ich habe keine Zeit, ich muss diesen Baumstamm zersägen!“ Man kann diese Geschichte unterschiedlich interpretieren, aber für mich ist sie eine Metapher dafür, dass man Pausen machen muss, wenn man langfristig etwas erreichen will. Wir brauchen Pausen, um uns zu erholen und dann umso „geschärfter“ an Aufgaben heranzugehen. In einer Pause gewinne ich Abstand, sie gibt mir Luft, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Nicht zuletzt entsteht Kreativität am besten in Pausen nach intensiven Arbeitsphasen. Wenn Sie jetzt also ins neue Jahr starten: tun Sie das nach der Weihnachtspause frisch und mit Elan und denken Sie daran: Nach der Arbeit ist vor der Arbeit – aber nach der Pause ist auch vor der Pause.

3. Herzensangelegenheiten verfolgen: Impuls von Dr. Barbara Kump

Eine Überzeugung, zu der ich in den letzten Jahren gelangt bin, ist, dass viele Dinge, bei denen wir Erfolg haben und die uns stolz und glücklich machen, nicht aus einem rational gesetzten Ziel entstehen. Stattdessen sind sie oft nicht plan- und vorhersehbar, sondern entwickeln sich Schritt für Schritt “von Innen heraus”. Verstehen Sie mich nicht falsch, Ziele sind großartig und wichtig, v.a. wenn sie eine langfristige Vorbereitung (z.B. ein Studium) erfordern. Statt aber immer nur stur ein vernünftiges Ziel (z.B. eine bestimmte Position) zu verfolgen, kann es sich lohnen, bei allen interessanten Dingen, die uns zufällig begegnen, genauer hinzuschauen und sich zu fragen “Könnte das für mich hier und jetzt eine Herzensangelegenheit sein?” Wenn die Antwort “Ja” ist, hat die Idee Potenzial, zu einer interessanten Publikation, einem spannenden Projekt oder einer inspirierenden Zusammenarbeit zu werden. Setzt man diese Strategie konsequent um, könnte es womöglich sogar sein, dass man sich irgendwann fast nur noch mit Herzensangelegenheiten beschäftigt…

4. Zuhören üben: Impuls von Dr. Annika Scholl

Vor kurzem habe ich eine Fortbildung zur Gesprächsführung besucht – seitdem fasziniert mich das Thema „Zuhören“ (siehe auch hier). Auf den ersten Blick wirkt die Idee vielleicht seltsam: Zuhören üben? Meine Erfahrungen, was einfaches Zuhören alles bewirken kann (als ZuhörerIn sowie als ErzählerIn), waren dort aber tatsächlich sehr positiv. Eine Übung dazu – z.B. vor einem Gespräch, einem Training, einer Teamarbeit – war die „Gehört werden“. Sie geht zu zweit oder mit mehreren GesprächspartnerInnen. Der/die eine ist ErzählerIn, der/die andere ZuhörerIn. Wer erzählt bekommt zunächst eine Minute, ohne etwas zu sagen, einfach mit Augenkontakt zum Zuhörer; danach kann er/sie drei Minuten lang erzählen, was ihm/ihr gerade durch den Kopf geht. Wer zuhört kommentiert nicht, sondern hört einfach nur zu – so, als würde man vom Erzähler eine (spannende) Geschichte vorgelesen bekommen. Im Anschluss wechseln die Rollen. Zugegeben, die erste „stumme“ Minute hat mich anfangs Überwindung gekostet. Mein Eindruck war aber: Das hilft als ErzählerIn tatsächlich dabei, erst richtig zu merken, was einen gerade beschäftigt. Die Übung kann helfen, in der Situation anzukommen und danach besser zusammenzuarbeiten. Man wird beim Erzählen gehört und bekommt als ZuhörerIn eine Idee davon, wie es dem anderen geht – ohne dabei in allzu langen Erzählungen “auszuarten”.

5. Führung ist keine Einbahnstraße: Impuls von Dr. Katrin Wodzicki

Sind Sie mit Ihrer aktuellen Führungskraft unzufrieden? Sie werden Ihre Führungskraft nicht ändern. Sie können nur bei sich selbst ansetzen. Was können Sie anders machen, um zu bekommen, was Ihnen fehlt? Wissen Sie überhaupt genau, was Ihnen fehlt? Je konkreter Sie kommunizieren können, was Sie brauchen, um Ihre Arbeit gut zu erledigen, und dabei am besten gleich die Umsetzbarkeit im Blick behalten, desto leichter wird es Ihrer Führungskraft gelingen, darauf einzugehen. Das kann natürlich auch zu Ablehnung führen. Wenn Sie allerdings schwammig bleiben, werden Sie auch nicht bekommen, was Sie brauchen. Deshalb ist es zielführend, gut vorbereitet und mit konkreten Anfragen in ein Gespräch mit Ihrer Führungskraft zu gehen. Da Führungskräfte nicht unendlich Zeit haben, ist zudem Priorisierung sehr wichtig: Was müssen Sie heute geklärt bekommen? Was kann noch warten? Bei der Vorbereitung kann zudem ein Perspektivwechsel helfen: Wo stehen Ihre und die Interessen Ihrer Führungskraft im Konflikt? Wo stehen sie im Einklang bzw. lassen sich in Einklang bringen? Wenn Sie mit Ihrer Führungskraft an einem Strang ziehen, werden Sie beide mehr erreichen.

6. Selbst einmal nachsehen: Impuls von Dr. Daniel Wessel

Der Informationsaustausch hat sich in den letzten sieben Jahren weiter beschleunigt. Insbesondere über soziale Medien und Instant Messengern werden wir mit Informationen bombardiert. Leider ist Quantität selten Qualität — und oft fehlt nicht nur die Zeit zum Nachdenken, sondern auch zum selbst Nachsehen. Wir entscheiden oft über Hinweisreize, ob wir eine Information glauben oder nicht. Vertraue ich der Quelle? Passt die Information in mein Weltbild? Gehört die Quelle zu «uns», sprich zu den «Guten»? Macht man sich aber einmal die Mühe, sich die Originalquellen anzusehen, stellt man oft fest, dass viele Sachverhalte vereinfacht, verzerrt, oder schlichtweg falsch dargestellt werden. Das liegt nicht unbedingt an der Bösartigkeit oder Inkompetenz der Quellen — oft sind diese Personen selbst ihren Hinweisreizen gefolgt. Deutlich wurde mir das im letzten Jahr u.a. an dem «Google Memo» (siehe diesen Dialog), wobei mich das Thema die sieben Jahre hier wiederholt beschäftigt hat — u.a. wie man Behauptungen überprüfen kann (siehe z.B. diese Dialog-Serie). Und ja, Informationen, die von vielen als wahr angesehen werden, kritisch zu hinterfragen, führt oft zu Ablehnung und Gegenwehr. Um beruflich wie privat gute Entscheidungen zu treffen ist dies allerdings zwingend notwendig.

7. Jährlich grüßt das Murmeltier: Ein Impuls von Dr. Kristin Knipfer

Jetzt ist wieder die Zeit der guten Vorsätze! Wollen Sie dieses Jahr endlich öfter mal nein sagen, tolle Projekte starten, sich mehr mit den KollegInnen austauschen? Hier kommen drei Impulse für bessere – also erreichbare – gute Vorsätze: Wir konzentrieren uns meist nur auf das, was wünschenswert ist: “Ich will mehr tolle, eigene Projekte starten!” Werden Sie konkret: “Ich nehme mir jeden Freitag nach dem Mittagessen eine Stunde Zeit, um über meine Projektidee nachzudenken und mich mit anderen dazu auszutauschen, um mich inspirieren zu lassen”. Dabei sollten Sie realistisch einschätzen, was tatsächlich machbar ist (ich war eben versucht, “zwei Stunden” zu schreiben – eine Stunde wäre schon ein toller Fortschritt und ist einfach realistischer!). Und weil ich zum Thema Reflexion forsche, empfehle ich Ihnen natürlich regelmäßig innezuhalten und zu bewerten, ob 1) Ihr Ziel noch wünschenswert und machbar ist, 2) Sie auf dem richtigen Weg sind und vielleicht schon die ersten Meilensteine erreicht haben (feiern Sie Erfolge!) und 3) zu reflektieren: „Was kann ich tun, um mein Ziel noch leichter zu erreichen?“ Damit nächstes Jahr nicht wieder das Murmeltier grüßt! PS: Die Theorie dazu heißt „Fantasy Realization Theory“. Ich wünsche Ihnen zwei, drei tolle Fantasien für 2018 und viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Ziele!

 

Wir freuen uns mit Ihnen auf ein erfolgreiches achtes Jahr mit unserem Blog und wünschen Ihnen weiterhin viel Freude und Inspiration beim Lesen.

Ihre wissens.werkerInnen

 

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