Wissensmanagement – Wer hat den Hut auf?

Ich hatte vor kurzem eine interessante Diskussion zum Thema Wissensmanagement und warum das in vielen Organisationen nur schwer „zum Laufen“ kommt. Einerseits gibt es natürlich individuelle Hürden, sein Wissen zu teilen. Diese Perspektive nehmen gerade wir Psychologen gerne ein, wenn es um Treiber und Barrieren geht, Informationen für andere bereitzustellen (siehe z.B. folgende Beiträge: Wissensmanagement mit Wikis: soziale Erfolgsfaktoren und Warum Wissensmanagement scheitern muss).

Die Voraussetzung dafür ist jedoch natürlich, dass in der Organisation Prozesse, Strukturen und Systeme bereitgestellt werden, die die Infrastruktur sicherstellen und Regeln und Guidelines festlegen. Aber wer hat dafür den Hut eigentlich auf?

Einerseits sehen wir in vielen Organisationen, dass das Thema dezentral aus den Fachbereichen heraus getrieben wird. Dies ist sinnvoll, da die Fachbereiche direkt den Nutzen von (pro)aktivem Wissensaustausch unter ihren Mitarbeitern bemerken. Vorteile liegen hier auch klar in dem Commitment der Experten, ihr Wissen zu teilen. Ein guter Schritt, um innerhalb von Teams, Abteilungen oder Standorten Wissen auszutauschen. Häufig liegen die Grenzen dieser Initiativen jedoch in der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit: Die Initiativen werden meist über Plattformen gestartet, die nur in spezifischen Bereichen genutzt werden (können) und nicht alle Bereiche gehen gleichzeitig als Best Practice voraus.

Das Hauptproblem der unklaren Verankerung von Wissensmanagement in Organisationen bringt mit sich, dass für Wissensmanagement neben weder Rollen und Verantwortlichkeiten definiert werden können, noch (ausreichend) Budget dafür vorhanden ist.

Andererseits gibt es auch Organisationen, in denen das Thema Wissensmanagement als eigener Bereich bei HR verankert ist. Das Thema wird hier meist unter „Learning“ oder „informellen Trainingsmethoden“ subsummiert und zentral gesteuert. Klarer Vorteil ist, dass das Aufsetzen zentraler Wissensmanagement-Plattformen alle Mitarbeiter einer Organisation einschließen kann und Bereichsdenken weniger Chancen hat. Allerdings ist hierbei die Herausforderung, Unterstützer und Treiber für die Initiative aus den Fachbereichen zu identifizieren, um die Anwender mit ins Boot zu holen. Um dies erfolgreich zu tun, ist es wichtig, zentrale Schlüsselfiguren und Multiplikatoren aus den Fachbereichen frühzeitig in das Projekt einzubinden.

 

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: