Gute Vorsätze fürs neue Jahr? – Mit diesen 5 Schritten klappt die Umsetzung Ihrer Ziele

Das neue Jahr ist schon wieder ein paar Wochen alt und wahrscheinlich geht es Ihnen ähnlich wie mir: Die Euphorie, die man zum Jahreswechsel entwickelt und die Ideen, die man so hat, fallen schon allmählich dem Alltag und Arbeitsstress zum Opfer. Wir nehmen uns immer wieder bestimmte Ziele vor und sind uns gerade zum Jahreswechsel sicher, dass wir es diesmal wirklich schaffen. Irgendwie schreiben wir dem Jahreswechsel eine gewisse Magie oder Kraft zu. Und meistens realisieren wir Mitte oder Ende Januar, dass es diese Magie gar nicht gibt.

Aber was hilft denn nun wirklich, um die eigenen Ziele zu erreichen? Warum gelingt uns das bei bestimmten Themen und bei anderen nicht? Vielleicht wird das deutlich, wenn wir uns die 5 Schritte zu Zielerreichung anschauen, die ich für Sie vorbereitet habe. Nehmen Sie sich am besten einen Zettel und einen Stift und bearbeiten Sie die Fragen direkt.

1. Realistische Ziele setzen:

Was sind Ihre 3 wichtigsten Ziele für 2018? Was wollen Sie erreichen, egal ob persönlich oder beruflich? Schreiben Sie sich die wichtigsten Ziele auf und schreiben Sie dazu, warum Sie diese Ziele erreichen wollen und was Sie sich dadurch erhoffen. Was bringt es Ihnen, diese Ziele zu erreichen? Wie soll sich Ihr Leben dadurch verändern?

Denken Sie nicht nur über berufliche oder persönliche Ziele nach, sondern auch darüber, wie diese zusammenpassen. Wenn Sie sich beispielsweise einerseits mehr Ruhe im Alltag wünschen, andererseits aber endlich die lang ersehnte Führungsposition anstreben, dann sollten Sie genau überlegen, wie Sie diese Ziele miteinander in Einklang bringen können.

2. Ziele überprüfen:

Nun nehmen Sie Ihre Ziele in die Mangel: Sind diese Ziele wirklich umsetzbar und erreichbar? Sind es wirklich diese Ziele, die die gewünschte Veränderung in Ihr Leben bringen? Sind das wirklich Ihre persönlichen Ziele, oder vielleicht doch eher die Erwartungen aus Familie, Freundeskreis oder von Vorgesetzten? Was ist Ihnen persönlich wichtig? Wie soll Ihr Alltag sein, was wünschen Sie sich wirklich.

Seien Sie ehrlich zu sich selbst und überprüfen Sie, ob nicht vielleicht andere Ziele unter den formulierten Zielen stecken. Beispielsweise könnte hinter dem Wunsch, endlich die Beförderung zu bekommen, das Ziel stecken, mehr Anerkennung für die eigene Arbeit zu erhalten. Dann könnte es Sinn machen Ihr Ziel umzuformulieren. Denn Anerkennung muss ja nicht unbedingt eine Beförderung sein und Anerkennung wäre evtl. besser zu beeinflussen und zu erreichen als eine Beförderung, weil diese ja oft von vielen externen Bedingungen abhängt.

3. Den Weg zum Ziel planen:

Gehen Sie nun jedes Ihrer drei Ziele durch und überlegen Sie, was Ihnen zur Erreichung noch fehlt. Welche konkreten Schritte müssen Sie unternehmen, um Ihrem Ziel näher zu kommen? Sie können sich auch direkt Gedanken darüber machen, wie viel Zeit Sie pro Schritt brauchen und was jeweils zu klären wäre etc. Lassen Sie sich an diesem Punkt nicht von den Einzelschritten erschlagen. Das sieht meistens erstmal viel aus und kann demotivierend wirken. Aber diese Auseinandersetzung mit dem eigenen Ziel ist enorm wichtig, denn an diesem Punkt wird Ihnen vielleicht schon deutlich, ob Sie dieses Ziel wirklich angehen wollen, ob Sie sich das überhaupt zutrauen oder ob vielleicht vorher noch etwas Anderes zu klären ist (wie beispielsweise am eigenen Selbstvertrauen zu arbeiten, um dann die eigenen Ziele angehen zu können).

4. Hindernisse einplanen:

Durch die Zerlegung Ihrer Ziele in viele kleine Schritte haben Sie wahrscheinlich schon eine Idee davon bekommen, welche Hürden, Hindernisse und Stolpersteine dabei auf Sie warten. Überlegen Sie nun ganz genau, worauf Sie im Laufe der Zeit stoßen könnten. Denken Sie dabei nicht nur an externe Hürden an denen Ihr Ziel scheitern könnte, sondern auch an Ihre persönlichen Hürden. Vielleicht verlässt Sie irgendwann die Motivation oder der Mut Ihr Ziel anzupacken, vielleicht meldet sich irgendwann der innere Schweinehund und legt Sie lahm, oder vielleicht gibt es Phasen in denen Sie vom Stress überrollt werden und Ihr Ziel aus den Augen verlieren könnten. Sie kennen sich selbst am besten, also überlegen Sie, welche Hindernisse sich Ihnen immer wieder in den Weg stellen und woran Sie schon mal gescheitert sind.

Wenn Sie diese internen und externen Stolpersteine aufgelistet haben, dann überlegen Sie im zweiten Schritt, was Sie in den konkreten Fällen tun können, um mit den Hindernissen umzugehen. Vielleicht gibt es einen Freund oder eine Freundin, die Ihnen immer aus Ihrem Motivationstief heraushilft. Dann schreiben Sie bei dem entsprechenden Stolperstein auf, dass Sie diese Person anrufen, wenn Sie an dem Hindernis angelangt sind. So überlegen Sie sich für jedes Problem eine konkrete Lösung oder einen Handlungsschritt.

Durch diese konkrete Planung und Auflistung in Schritt 3 und 4 haben Sie Ihr Ziel nun schon sehr genau kennengelernt und haben einen konkreten Fahrplan zur Zielerreichung entwickelt. (Oder haben sich evtl. dafür entschieden, das Ziel doch nicht anzugehen, auch dieser Schritt ist in Ordnung und bewahrt Sie vielleicht davor Ihre Energie in die falsche Richtung zu lenken.)

Und machen Sie sich klar: Wenn Sie im Laufe Ihrer Zielerreichung an einem der aufgelisteten Hindernisse ankommen, dann heißt das eigentlich, dass Sie auf dem richtigen Weg zum Ziel sind!

5. Visualisieren Sie Ihre Ziele:

Zum Abschluss dieser Übung nehmen Sie sich noch die Zeit, sich Ihre Ziele vorzustellen. Malen Sie sich aus, wie es wäre, wenn Sie Ihre Ziele schon erreicht hätten. Wie würde Ihr Leben dann aussehen? Welches Lebensgefühl würde sich dann breit machen? Wie würden Sie sich fühlen?

Schreiben Sie sich diese Vision auf oder malen Sie sie auf. Diese Übung können Sie auch regelmäßig wiederholen und in Ihren Alltag einbauen. Die Visualisierung kann motivieren und wie ein unbewusster Anker wirken, der Ihnen hilft, Ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Was tun, wenn das alles nicht hilft?

Wenn Sie trotz dieser intensiven Auseinandersetzung mit Ihren Zielen keinen Weg finden, Ihr Ziel zu erreichen oder immer wieder an bestimmten Punkten scheitern, dann empfehle ich Ihnen externe Unterstützung durch eine Beratung oder ein Coaching. In manchen Fällen kann auch eine Psychotherapie helfen, falls Sie merken, dass Sie an tiefergehende Grenzen oder Themen stoßen.

Und generell gilt: Sollten durch die Übung bei Ihnen selbst- oder fremdverletzende Gedanken auftreten, dann wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Arzt oder Psychotherapeuten.

Weitere Infos:

Die Methode als übersichtliches Arbeitsblatt (inkl. Motivationstipp): https://www.drjohannadisselhoff.de/ziele-erreichen/

Zum Weiterlesen: Feldman, D., & Dreher, D. (2012). Can hope be changed in 90 minutes? Testing the efficacy of a single-session goal-pursuit intervention for college students. Journal of Happiness Studies, 13(4), 745-759, doi:10.1007/s10902-011-9292-4.

 

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